Stefanos Tsialis ist seit 2014 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Athener Staatsorchesters. In den zweieinhalb Jahren seiner Amtszeit ist es ihm gelungen die Besucherzahlen, trotz schwierigster Rahmenbedingungen, um mehr als 40 Prozent zu erhöhen. Er ist auch ständiger Gastdirigent der Hamburger Symphoniker, der Thüringen Philharmonie Gotha und des Staatsorchesters Thessaloniki.

Geboren als Sohn einer Dänin und eines Griechen 1964 in Ermoupolis, Griechenland, studierte er Klavier am Neuen Konservatorium in Thessaloniki und danach Musikwissenschaften an der Universität in Kopenhagen. Anschließend vollendete er seine Ausbildung mit Auszeichnung an der Wiener Musikhochschule in den Fächern „Dirigieren" und „Korrepetition" und absolvierte Meisterkurse u. a. bei Leonard Bernstein, Vaclav Neumann und Rolf Reuter. 

Sein erstes Engagement führte ihn als 2. Kapellmeister und Studienleiter an das  Staatstheater Meiningen, wo er nochmals  von 2005 bis 2009 als 1. Kapellmeister und stellv. Generalmusikdirektor tätig war. Dort arbeitete er mit Regisseuren wie Peter Konwitschny, August Everding und Christine Mielitz zusammen und dirigierte unter vielen anderen Opern „Elektra“, “Salome“, “Wozzeck“, “Jenufa“ und „Mona Lisa“. 1996 war er Stipendiat der Richard-Wagner-Stiftung.

1995 brachte er die Oper  „Medea“ von Mikis Theodorakis´ in Meiningen zur deutschen Erstaufführung. Es war der Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit mit dem Komponisten. Heute gilt Stefanos Tsialis als weltweit führender Interpret seines Landsmannes.

Von 1997 bis 2004 war Stefanos Tsialis Chefdirigent der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie. Seiner hervorragenden künstlerischen Arbeit ist es zu verdanken, dass  das Orchester offiziell als musikalischer Botschafter der Bundesrepublik unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Johannes Rau in Konzertreisen nach Südafrika und Kuba fungierte.

Von 2009 bis 2013 war er Chefdirigent und Künstlerischer Leiter der Thüringen  Philharmonie Gotha. Zahlreiche Kritiken belegen eine überaus positive Entwicklung des Orchesters während seiner Amtszeit. „Was der 2009 verpflichtete Chefdirigent Stefanos Tsialis aus dem Klangkörper herausgeholt hat, verdient größte Anerkennung.“ „Das Orchester“ Sept. 10.

In den Spielzeiten 2001 bis 2004 war Stefanos Tsialis  ständiger Gastdirigent der Berliner Symphoniker, von 2006 bis 2014 des Staatsorchesters Athen. Er hat unter vielen anderen mit den Stuttgarter Philharmonikern, der Staatskapelle Weimar, dem MDR Sinfonieorchester, dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt/O, den Nürnberger Symphonikern, dem Kopenhagener Philharmonischen Orchester, mit Mitgliedern der Königlichen Kapelle Kopenhagen, dem Qatar Philharmonic Orchestra, dem Wiener Tonkünstlerorchester, dem Orchestre Symphonique de Montréal und dem Winnipeg Symphony in Kanada, dem Aarhus Symfoniorkester, dem Stavanger Symfoniorkester, den Philharmonischen Orchestern der Oper Bologna und des Teatro Massimo Bellini, dem Haydn Orchester Bolzano, der Griechischen Nationaloper, der „George Enescu“ Philharmonie Bukarest, dem Großen Rundfunksinfonieorchester Bukarest, der Krakauer Philharmonie, der Belgrader Philharmonie, dem „Natal Philharmonic Orchestra“ in Durban, dem Orquesta Nacional de Cuba gearbeitet. Außerdem führten ihn Gastauftritte zu mehr als 70 Orchestern in vielen E.U. Ländern, der Türkei, in den USA,  Russland, Kasachstan und Kanada. Des weiteren hat er in  CD-Produktionen für die Labels Genuin und Centaur, sowie in Fernseh- und Rundfunkaufnahmen für die ARD, Deutschland Radio Kultur, den MDR, den NDR, den italienischen, rumänischen, griechischen und südafrikanischen Rundfunk mitgewirkt.

Zukünftig erfolgen unter anderen Verpflichtungen, Wiedereinladungen zum Qatar Philharmonic, dem Staatsorchester Thessaloniki, der Thüringen Philharmonie Gotha, der Südwestfälischen Philharmonie sowie Konzerte mit der Slowenischen Philharmonie, den Nürnberger Philharmonikern, den Münchner Symphonikern und dem Philippines Philharmonic.

Stefanos Tsialis nahm an vielen renommierten Festivals, wie dem Festival van Vlaanderen, den „Händelfestspielen Halle“, dem  „Tivoli Festival“ in Kopenhagen, dem Athener Festival, dem „Braunschweig Classix“ Festival, dem „Festival de la Habana“, den Expos 1992 und 2000 sowie an dem „Hamburger Musikfest“ teil.

Seit mehreren Jahren widmet er sich der Aufführung und Aufnahme von Filmmusik.

Er spricht acht Sprachen.